Arkadia D. Schwetzow war der erste Konstrukteur von Flugmotoren,
der sich in der Sowjetunion einen Namen gemacht hat.
1930 war er Mitbegründer des TSIAM, des nationalen Institutes für
Flugmotoren. Sein Erstling war der wenig beeindruckende Sternmotor M-8
von 1925. Daraus wurde der Sternmotor M-11 entwickelt, einer der weltweit
klassischen Motoren, von denen zwischen 1927 bis 1959 über 100000,
wahrscheinlich sogar über 130000 Exemplare gebaut wurden. 1928 wurde
er mit 100 PS abgenommen, wobei er jeden verfügbaren Kraftstoff verwenden
konnte. Nachfolgemodelle leisteten 115 - 200 PS bei Verwendung besserer
Kraftstoffe. Der M-12 war eine Weiterentwicklung von 1930, die 190 PS
aufbrachte. Der M-15 von 1929, ein Neunzylinder von 450 PS, ging nicht
in Serie.
Schwetzow's Konstruktionsbüro steuerte auch die Verbesserung unter
Lizenz gebauter Bristol Jupiter-Motoren zu Varianten des M-22, und ebenso
verwendete er M-15-Zylinder im 300 PS starken M-26, der vom Bristol
Titan abstammte. Genauso spielte Schwetzow eine führende Rolle
bei der Entwicklung des Wright Cylone (M-25) zum M-62, den er mit einem
2-Gang-Lader, einem verbesserten Ansaugsystem und anderen Neuerungen
versah. 1941 wurde dieser Motor nach dem neuen Konstruktions-Grundsatzerlaß
(Die Konstrukteure durften ihre Initialen verwenden.) in Ash-62 umbenannt.
Den M-63 von 1939 mit 1100 PS einbezogen, liegt die Gesamtproduktion
schon 1985 bei über 67000 (inkl. Der poln. Motoren ASz-62 und der
chinesischen AS-5).
Die ASh-71 bis -73 Motoren waren 18-Zylinder-Doppelstern-Motoren mit
M-63-Zylindern, die 1941 1700 PS hergaben.
Der bedeutendste aller sowjetischen Sternmotoren war
der ASh-82, ein 14-Zylinder-Doppelsternmotor mit M-62 Zylindern, deren
Hub auf 155 mm verringert war (Die Bohrung blieb bei 155,5 mm.), und
der mit 41,2 Litern nur 125,9 cm Durchmesser aufwies, was ihn neben
dem BMW 801 der FW-190 als den ersten guten luftge-kühlten Jagdflugzeugmotor
der Welt qualifizierte.
1940 brachte er es mit Kraftstoff von 87 Oktan auf
1250 PS. In 22 Versionen wurde der ASh-82 dann auf bis 2000 PS weiterentwickelt.
Hergestellt wurden davon etwa 70000 Stück, von denen einige noch
immer in IL-14 (ASh-82T) und Mi-4-Hub-schraubern (ASh-82W) laufen,
wobei die letzteren um 25 Grad geneigt eingebaut sind und mit Direktantrieb
und Kühlventilator arbeiten. Von den ASh-83 mit 1900 PS oder
den 18-Zylindern ASh-90 (1941) mit 1500 PS wurden nur wenige hergestellt,
und der ASh-2 von 1950, dessen 2 ASh-82 als Tandem 3300 PS aufbrachten,
ging nicht in Serie.
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